Sag niemals, nie …

Bei einem Konflikt kann ein unbedachter Satz ungewollt zusätzlichen Ärger verursachen. Ein Satz wie dieser zum Beispiel: “Wir müssen reden.” Besser ist es, anders vorzugehen.

“Wir müssen reden”, dieser Satz ist ein Signal dafür, dass es ein Problem gibt – und er schafft ein neues gleich dazu. Bevor´s überhaupt zur Sache gehen kann, steht die Frage im Raum: Wie geht der eine mit dem anderen um, wo bleibt da der Respekt?

Zum einen ist die Formulierung übergriffig, weil sie das Gegenüber vereinnahmt und vortäuscht, dass beide Seite das gleiche Interesse haben.

Zum anderen baut die Formulierung Druck auf. Mit der Behauptung, dass geredet werden muss, wird ein Wunsch als Befehl ausgegeben.

Gerade, wenn Ärger in der Luft liegt, ist es hilfreich, sehr genau auf seine Wortwahl zu achten. Wer einen Konflikt ernsthaft ansprechen und nach einer einvernehmlichen Lösung suchen will, sollte vor allem dreierlei beachten:

  1. Ich-Botschaften senden, also alle Aussagen als eigene Wahrnehmung oder als eigenen Wunsch formulieren.
  2. Keinen Druck aufbauen.
  3. Raum für die Befindlichkeit und die Interessen des Gegenübers lassen.

Für den konkreten Fall bedeutet das: Die Bitte um eine Aussprache sollte mit einem Satz wie “ich möchte mit dir reden” beginnen. Und an diesen Satz schließt sich am besten die Frage an, wann und wo das Gespräch stattfinden könnte.

Auf diese Weise hat das Gegenüber die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob und wann es auf den Wunsch eingehen will; beide Gesprächspartner sind auf Augenhöhe.

“Sag niemals nie” ist eine Reihe von Beispielen für Formulierungen, die zu Konflikten führen können, und Empfehlungen für deren Ersatz.

Michael Neugebauer

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von Daniele Zedda • 18 February